Ein neuartiges synthetisches Organell speichert flüchtige RNA-Moleküle und macht vorübergehende Genaktivität nachträglich messbar. Ein Forschungsteam um Randall Platt an der ETH Zürich zeigt, wie sich damit auch dynamische Immunreaktionen auf Einzelzellebene rekonstruieren lassen. Die Methode ist allerdings kein lückenloses molekulares Protokoll: Sie bewahrt RNA-Signale, aber keine exakten Zeitstempel.
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Ein Forschungsteam aus Singapur identifiziert Genaktivitätsmuster, die mit Langlebigkeit zusammenhängen, und nutzt sie zur Suche nach möglichen Anti-Aging-Wirkstoffen. Zehn Substanzen verlängerten das Leben von Fadenwürmern. Bei Mäusen gab es Hinweise auf eine Verbesserung der altersbedingten und ganz natürlichen Zunahme der Gebrechlichkeit. Für den Transfer auf den Menschen ist es allerdings noch ein weiter Weg.
Der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin geht 2026 an zwei deutsche und einen US-amerikanischen Wissenschaftler: Peter Hegemann, Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin, Georg Nagel von der Universität Würzburg und den Stanford-Forscher Karl Deisseroth (gebürtiger US-Amerikaner aus Boston). Das Nobelkomitee zeichnet sie für Entdeckungen zu lichtgesteuerten Ionenkanälen und deren Nutzung in der Optogenetik aus. Die drei teilen sich ein Preisgeld von 12 Mio. schwedischen Kronen.
Google DeepMind hat mit dem AlphaGenome-Atlas die vorhergesagten molekularen Auswirkungen von rund neun Milliarden möglichen Einzelbasenänderungen im menschlichen Genom vorab berechnet. Der Wert des Projekts liegt weniger in der schieren Datenmenge als in einem neuen Werkzeug für die funktionelle Genetik: Forscher können damit Kandidatenvarianten im gesamten Genom nach ihrer möglichen biologischen Wirkung durchsuchen.
Der Einsturz des World Trade Centers dauerte weniger als zwei Stunden. Die gesundheitlichen Folgen der Staub- und Schadstoffexposition sind dagegen bis heute nicht abschließend erfasst. Besonders gut belegt sind chronische Atemwegs- und Lungenerkrankungen. Bei Krebs und Sterblichkeit ist die Datenlage komplizierter. Nun erst öffnet die Stadt New York selbst die Archive über bisher zurückgehaltene Informationen und Analysen zu den Luftschadstoffen. Was man bisher sagen kann.
Mehr als 20 Jahre nach der ersten Entschlüsselung des menschlichen Genoms zeigt sich erneut, dass die vermeintlich bekannte Bauanleitung des Menschen noch Lücken hat. Forscher der Harvard Medical School haben Hinweise darauf gefunden, dass verschiedene Gene in Säugerzellen miteinander kombiniert werden können und dabei bislang unbekannte messenger-RNAs und funktionelle Proteine entstehen. Die Rede ist von Hunderten bis zu Tausenden neuen Proteinen. Die Ergebnisse wurden Anfang September im Fachjournal Nature veröffentlicht.
Ein Konsortium aus Prime Vector Technologies, dem NMI und dem Fraunhofer IGB entwickelt einen intranasalen Impfstoff gegen das Humane Metapneumovirus (HMPV). Eine ORFV-Vektorplattform soll dabei mit einer mukoadhäsiven Formulierung kombiniert werden, um eine lokale Immunantwort direkt an der Nasenschleimhaut auszulösen.
Forscher des Leibniz-Instituts DSMZ (Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH) in Braunschweig haben die weltweit erste bekannte Zelllinie mit dem seltenen Fusionsgen KMT2A::SEPTIN6 charakterisiert. KOPM-88 soll damit ein Forschungsmodell für einen bislang schwer untersuchbaren Subtyp der akuten myeloischen Leukämie (AML) liefern. Die Verwendung der Zelllinie aus einem jungen Patienten ist geklärt, anders als im Fall der bekannten HeLa-Zellen, bei denen über den finanziellen Ausgleich noch immer gestritten wird.
Geschädigte Hirnregionen werden nach Verletzungen oder bestimmten Autoimmunerkrankungen von spezialisierten Gliazellen neu besiedelt, die damit zur Regeneration des verletzten Gehirns beitragen, zumindest im Mausmodell. Das zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie von Wissenschaftlern der Universität Zürich.
Forscher des European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg haben einen bislang unbekannten Mechanismus der DNA-Reparatur in menschlichen Zellen entdeckt. Wie das Team berichtet, übernimmt der Golgi-Apparat – bislang vor allem als Sortier- und Transportzentrum der Zelle bekannt – eine aktive Rolle bei der Steuerung von Reparaturprozessen im Zellkern. Die Ergebnisse eröffnen neue Ansatzpunkte, um die DNA-Reparatur gezielt zu beeinflussen, etwa bei Krebs.

Reinkemeier, C.D., Manero-Carranza, M., Farouni, R. et al. Recordanelles for transcriptome-wide single-cell RNA recording in human cells. Nat Biotechnol (2026). https://doi.org/10.1038/s41587-026-03327-6
http://www.genome.gov/10000570, Public domain, via Wikimedia Commons
Ill. Niklas Elmehed © Nobel Prize Outreach
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Fraunhofer IGB
DSMZ/Nagel et al. (2026)
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Karolina Kuodyte/EMBL